Toilet

Es war eine dieser ganz normalen Geschäftsreisen nach London. Der Abflug hatte sich verspätet und ich sortierte alte Nepal-Bilder auf meiner Nikon. „You are doing tough photos“  hörte ich es überraschend hinter meiner Schulter und drehte mich instinktiv um. Der neben mir sitzende Geschäftsmann lachte mich an und stellte sich unmittelbar als Jack Sim, Gründer der „World Toilet Organisation“ vor. Ein wenig irritiert aber belustigt, dachte ich spontan „…was für ein bescheuerter Name“ und versuchte diplomatisch den Rückzug anzutreten. Doch warum auch immer ergab sich nun eine interessante Diskussion über sanitäre Bedingungen und Toiletten in der Welt mit der zentralen Aussage, das Schweigen und die Scham der Menschen bei der lebenswichtigen Frage der Toilettenhygiene zu brechen. 

Die Idee, Toiletten weltweit zu fotografieren, kam erst Wochen nach diesem Gespräch. Obwohl das Motiv nicht immer so fotogen ist und man jedes Mal das Gefühl hat als Spanner entdeckt zu werden, ist der Gedanke dahinter sehr groß: das Bewusstsein über die Endlichkeit der wichtigsten Ressource der Welt, …Wasser… ist gnadenlos. Täglich rauschen bei uns pro Person 35 Liter Trinkwasser durch die Toilettenspülung, während dieselbe Menge Wasser in anderen Regionen der Welt zum Leben gebraucht werden. Das mangelnde Verständnis für diese Situation unsererseits ist nicht nachvollziehbar und meines Erachtens unglaublich arrogant und unakzeptabel. 

Die 2001 gegründete Organisation hat mittlerweile den Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen erhalten und einen jährlichen UN-Welttoilettentag am 19. November durchgesetzt. Mit ihren verschiedenen Initiativen bietet die WTO eine internationale Plattform für Verbände, Regierungen, Institutionen und Unternehmen, um Wissen auszutauschen und Medien- und Unternehmensunterstützung für nachhaltige Sanitär- und Gesundheitspolitik zu nutzen.

 

TOILETS WORLD-WIDE

 

THE WORLD TOILET ORGANISATION

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